Sabbatical ist ein englischer Begriff für einige Monate in Auszeit vom Job. Die Bezeichnung stammt vom Sabbatjahr. Innerhalb dieses Arbeitszeitmodells kann der Beschäftigte für drei bis 12 Monate aus seinem Arbeitsverhältnis austreten und danach wieder zurückkehren. Dafür müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Die Firma muss mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigen und der Arbeitnehmer sollte schon länger als sechs Monat dort tätig sein. Als Grundlage für seinen Vorschlag dient das sogenannte Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) vom 01. Januar 2001, das eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit beinhaltet. Jedoch leitet sich daraus nicht automatisch ein Rechtsanspruch für den Arbeitnehmer ab. Der Chef muss also zustimmen.
Aus formeller Hinsicht gibt es unterschiedliche Modelle zur Umsetzung eines Sabbaticals. Bei wohlwollenden Arbeitgebern sind derartige Möglichkeiten schon im Vertrag niedergeschrieben oder als Entwürfe in den Unternehmensleitsätzen festgehalten. Zum einen bietet sich hier das Lebensarbeitskonto als eine Art Abbau von jahre- oder monatelang angesammelten Überstunden oder Urlaubstagen an. Eine andere Option sind Sonderformen der Teilzeitarbeit: So wäre es denkbar, dass der Arbeitnehmer drei Jahre lang 40 Stunden pro Woche arbeitet, aber für nur 30 Stunden bezahlt wird. Im vierten Jahr hat der Beschäftigte frei und würde gleichbleibend für 30 Stunden bezahlt. Diese von Firmen unterstütze Modelle haben den Vorteil der Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge durch den Arbeitgeber. Anders verhält es sich bei individuell gestalteten Sabbaticals wie unbezahltem Urlaub oder einem Auszeitjahr zwischen zwei verschiedenen Tätigkeitsverhältnissen. Hier muss der Pausierende selbst für seine Versicherungen aufkommen.
Für den Arbeitnehmer entspringen viele Nutzen aus einer solchen Zeit als Aussteiger. Er oder sie kann sich weiterbilden, studieren oder gar eine Promotion ins Auge fassen beziehungsweise zu Ende führen. Aufenthalte im Ausland sind auch bestens geeignet, um neue Sprachen zu lernen. Außerdem spielen oft Aspekte des Privatlebens eine große Rolle bezüglich der Entscheidung zu einer Auszeit. Das können ein Hausbau, die Verlängerung der Elternzeit, die Pflege Angehöriger, ehrenamtliches Engagement oder längere Reisen sein. Auch innere Konflikte, die eigene Persönlichkeit betreffend sind ein Grund für ein Sabbatical. Dazu gehören die persönliche Umorientierung und Besinnung genauso wie ein Burnout.
Für den Arbeitgeber sind Sabbatjahre nicht nur ein Nachteil. Sie bieten derartige Möglichkeiten in Zeiten von Auftragsschwankungen oder zur Vermeidung von Kündigungen an. Große Firmen, besonders Unternehmensberatungen, versprechen sich davon eine stärkere Bindung ihrer Mitarbeiter und Führungskräfte. Häufig sind diese Möglichkeiten hier schon direkt im Arbeitsvertrag verankert. Teilweise stehen diese Optionen auch Lehrern und Beamten direkt offen.