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Der moderne Vater

Teilzeitarbeit und Haushaltsaufgaben auch für Väter

Der moderne Vater bringt die Kinder in den Kindergarten, hilft im Haushalt und arbeitet Teilzeit. Doch gibt es dieses Phänomen wirklich so oft?

Der moderne Vater bringt die Kinder in den Kindergarten, hilft im Haushalt und arbeitet Teilzeit. Was vor 50 Jahren noch undenkbar war, ist nun häufiger an der Tagesordnung. Die Frau macht Karriere und der Mann sorgt sich um Haus und Kinder. Doch gibt es dieses Phänomen wirklich so oft?

Der moderne Vater: Sein oder Schein?

Frauen wollen Gleichberechtigung und Gleichstellung, nicht nur in Karrierefragen, sondern auch im persönlichen Umfeld. Schon seit längerer Zeit wendet sich die Frau von ihrem typischen Bild ab – Küche und Haushalt ist nicht mehr nur ihr Metier. Der Mann muss nun auch zur Tat schreiten und ihr unter die Arme greifen. So bringt auch er die Kids zum Kindergarten oder macht das Abendbrot fertig, solang die Frau noch auf der Arbeit ist und sich dadurch selbst verwirklichen will.
Doch wie sieht es in der Realität aus? Soziologen bestätigen, dass sich Männer immer noch als Ernährer der Familie sehen. Zwar beansprucht rund ein Viertel von ihnen die sogenannte Elternzeit, dennoch nimmt ein Großteil derer lediglich die gesetzliche Mindestzeit von zwei Monaten in Anspruch. Danach geht es zurück an die Arbeit. Verändert sich für die Väter nur wenig, nehmen Mütter nach der Babypause meist nur einen Teilzeitjob an. Der moderne Mann geht nach wie vor volle 40 Stunden in der Woche arbeiten.

 

Papa-Monate in Österreich?

In Österreich gehen Politiker schon etwas weiter. Zur Debatte stehen verpflichtende Papa-Monate. Die SPÖ-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek fordert, eine verpflichtende Väter-Karenz einzuführen. Demnach sollen Väter direkt nach der Geburt drei Monate in Karenzzeit gehen.

Derzeit können in Österreich Väter nur in Ausnahmefällen gleichzeitig mit der Mutter in Karenz gehen. Die Mindestdauer beträgt zwei Monate. Die Idee der Papa-Monate ist, dass beide Elternteile gleichzeitig die Elternzeit nehmen können. Das Kinderbetreuungsgeld soll diese Job-Auszeit finanziell abdecken.

Individuelle Vaterfiguren

Tatsächlich sind die Ansichten von Familie zu Familie, insbesondere von Vater zu Vater unterschiedlich. Es gibt den modernen Vater, der eine gleichberechtigte Partnerschaft favorisiert. Dann gibt es den traditionellen Vater, bei dem die Rollen klar verteilt sind. Er bringt meist das Geld nach Hause und die Frau kümmert sich um Kind und Haushalt. Außerdem gibt es da noch den Vollzeit-Vater, der sich ganztags um den Haushalt und die Kinder kümmert. Er erntet jedoch von so einigen Seiten seltsame Blicke. Denn ein Mann der kocht, bügelt und Windeln wechselt, wird von so einigen als Warmduscher oder Weichflöte bezeichnet.

Den modernen Vater gibt es also tatsächlich. Und der Trend nimmt weiter zu. Denn laut der Techniker Krankenkasse (TK) beanspruchen mehr Väter das Kinderkrankengeld, um den Verdienstausfall durch die Pflege des kranken Kindes begleichen zu können. Deutschland ist im Wandel und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie rückt immer stärker in den Fokus des Privatlebens als auch der Politik. Denn in vielen Familien sind beide Elternteile erwerbstätig. Da heißt das Schlagwort Arbeitsteilung.

Aus gewissen Nöten heraus und auf Grund emanzipierter Frauen, mag der moderne Mann also hervorgegangen sein. Wir Frauen sind froh, dass es ihn gibt und froh über jeden Handgriff, den er uns im Haushalt abnimmt. Natürlich nur, wenn dieser auch gründlich getan wurde.

 


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