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Technologie für Senioren

Wie wir in Zukunft unser Leben gestalten

Der technische Fortschritt bringt viele neue Möglichkeiten mit sich, unsere Leben in Zukunft leichter zu gestalten. Innovative Technologien wie Roboter, Sensoren und Assistenzsysteme sollen mehr Sicherheit bieten, die Gesundheitskosten senken und die Lebensqualität steigern.

Generation Technologie

Aufgrund einer verbesserten medizinischen Versorgung erreichen die Menschen im Durchschnitt ein höheres Lebensalter. Die niedrige Geburtenrate und der demographische Wandel führt längerfristig zu einer Alterung der Gesellschaft. Schon jetzt sind 40 Prozent der Deutschen älter als 50 Jahre, 2035 wird die Hälfte der Bevölkerung zu dieser Altersgruppe gehören, jeder dritte Mitbürger wird dann über 60 Jahre alt sein.

Da auch die Zahl der Single-Haushalte bei Senioren zunimmt und viele Familien heute über weite Strecken verstreut leben, sollen zukünftig Roboter als Pflegekräfte für die ältere Generation eingesetzt werden. Unter dem Begriff Ambient Assisted Living (AAL), arbeiten Wissenschaftler und Forscher an einer Technik, die den Menschen in Zukunft das Leben erleichtern soll, ohne sie damit zu überfordern oder zu bevormunden.

Wachsame Technik

Als einführendes Beispiel kann hier die sogenannte „Heimat-Haube“ für Patienten mit Demenz genannt werden. Die Erfindung wurde von einem Team bestehend aus Studenten an der School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam entwickelt. Die Haube, die an ein Kinderwagenverdeck erinnert, soll dementiell erkrankte Patienten von der Hektik im Krankenhaus ablenken. Dafür werden mittels integriertem Computerchip beruhigende Geräusche und Bilder erzeugt, die individuell programmiert werden können.

Technik, die den Menschen im Alltag unterstützt, kommt bereits in modernen Fahrzeugen zum Einsatz. Navigationssysteme, Fenster und Türen, die sich auf Knopfdruck öffnen und schließen lassen sowie Frühwarnsysteme, die Müdigkeit oder Ohnmacht des Fahrers erkennen, kommen schon seit einigen Jahren in in PKWs und LKWs zum Einsatz.

Die Forscher des Ambient Assisted Living kooperieren mit dem Bundesforschungsministerium (BMBF) und arbeiten bereits intensiv an technischen Neuerungen, um nicht nur Kraftfahrzeuge, sondern auch den Wohnraum der Menschen mit unterstützenden Techniken auszustatten. So wurden bereits hochsensible Sensoren für zu Hause entwickelt, die zum Beispiel im Schlafzimmer registrieren können, ob ein Mensch zu lange im Bett liegt und bei Bedarf die Notrufzentrale oder den Arzt alarmiert. Die Basisstation ist über Funk vernetzt und nimmt über die Sensoren bereits kleinste Rauchentwicklungen, ausgetretenes Wasser oder Zugluft wahr. Die hochsensible Technik kann zudem verletzte Personen erkennen und bei Bedarf das Licht, die Heizung oder den Elektroherd ausschalten.

Den Alltag durch neue Technologien erleichtern

Des Weiteren sind inzwischen auch Gesundheitschecks über den PC möglich. Geräte, die den Blutdruck, Puls oder die Temperatur messen und die Daten an Ärzte und Krankenhäuser weiterleiten, werden bereits eingesetzt. Unternehmen wie Siemens, die Johanniter-Unfall-Hilfe und die Charité Berlin entwickeln derzeit ein telemedizinisches Servicezentrum, in dem die Informationen über die Patienten gesammelt werden. In Zukunft sollen Patienten Gesundheitsleistungen nach ihrem individuellen Bedarf in Anspruch nehmen können.

Das Programm „Paul“ (Persönliche Assistenz für unterstütztes Leben) ist eine App, die den Alltag der Menschen erleichtern soll. Mit den Symbolen der App lassen sich Rollläden öffnen, Zimmer temperieren, Haustüren überwachen, Notrufe absenden, das Fernsehprogramm, E-Mails und Skype abrufen und Einkäufe bei Händlern bestellen, die diese dann direkt nach Hause liefern. Diese Funktion wird übrigens auch bei jüngeren Berufstätigen immer beliebter.

Der in Thüringen entwickelte Roboter “Scitos G3″ liefert das Essen, bringt die richtigen Medikamente und lädt seine Besitzer zum Spielen ein. Firmen wie Wii, Sonys Move oder Microsoft Kinect haben die Generation 50 Plus längst für sich entdeckt. Denn ältere Menschen nutzen neue Techniken dann, wenn die Bedienung einfach und der persönliche Nutzen hoch ist.

Experten sehen in der altersgerechten Technik ein großes Potential für den Markt. Die technische Universität Berlin schätzt den Marktwert der „Oldie-Tech“ auf 87 Millionen Euro. Da neue Technologien teuer sind, belaufen sich die Kosten für das Assistenzsystem Scitos G3 bislang auf rund 25.000 Euro. Die funkgesteuerte Basisstation ist für 2.500 Euro und die App „Paul“ für knappe 7.000 Euro zu haben.

Die technischen Neuerungen sollen den Menschen im Alltag helfen und vor allem die Pflegebereiche mit der Technik verbinden. Um die neuen Systeme in den Alltag zu integrieren, sind zwar umfangreiche Investitionen erforderlich, längerfristig kann das Gesundheitswesen aber Kosten sparen, wenn zum Beispiel durch neue Assistenzsysteme Einweisungen in teure Pflegeheime vermieden werden können. Mittels dieser Technologien sind die älteren Menschen weniger auf externe Hilfe angewiesen. Denn für viele Senioren ist es unangenehm ihre Angehörigen oder Pfleger ständig um Hilfe bitten zu müssen. So kann ein Großteil ihres Alltages erleichtert werden und sie können diesen in Zukunft einfacher selbst meistern.

 

 


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